Geistliches Wort 2018 - Evangelische Apostel Paulus Gemeinde

Apostel Paulus - Kirchengemeinde
evangelische
in Berlin - Schöneberg
Direkt zum Seiteninhalt
Der Paulus
Geistliches Wort 2018
„Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.“ Matthäus 5,4

Liebe Leserinnen, lieber Leser,

der November ist ein trauriger Monat. Eine schwere Zeit für viele, die vor kurzer Zeit einen lieben Menschen verloren haben. Am Volks-trauertag, Buß- und Bettag oder am Totensonntag bzw. Ewigkeits-sonntag hat der Gang zum Friedhof für viele Tradition.


Dabei gibt es in unserem Leben viele „Teil-Tode“, viele Gelegenheiten, in denen wir Abschied nehmen müssen; von vielen Einzelpersonen und Gruppen müssen wir uns im Laufe des Lebens verabschieden. Das fängt im Kindesalter an: für Kinder sind der Beginn des Kitaalltags, der Wechsel vom Kindergarten in die Schule oder ein Umzug einschneidende Erlebnisse, auf die sie sich nicht nur freuen, sondern die sie traurig machen können. Deshalb gestalten wir diese Übergänge für die Kinder, z.B. mit der Begrüßung der neuen Kita-Kinder beim Erntedankfest in der Familienkirche am 30. September um 11 Uhr, mit einem Gottesdienst. Denn der bewusste Abschied vom Alten erleichtert das Erleben des Neuen.
Trennungen oder Scheidungen sind schmerzhafte Abschiede, die manche Hoffnungen und Träume zerstören. Die gleiche Entwicklung erleben Menschen, die durch eine Krankheit dauerhaft in ihrer Gesundheit eingeschränkt sind. „Ich kann nicht mehr so wie früher“, sagen sie – und während manche in der Klage darüber verhaftet sind, lernen andere mit der neuen Situation (anders) zu leben.

Der Tod eines geliebten Menschen ist für das eigene Leben auch ein „Teil-Tod“. Ein schwerer Abschied, der Geduld von sich und anderen fordert. Im Besonderen Gottesdienst am 04. November um 14.00 Uhr gibt uns Pfarrer im Ruhestand Christian Moest, der ehrenamtlich in der Trauerberatung des Kirchenkreises Tempelhof-Schöneberg mitarbeitet, Anregungen und Hinweise, wie wir mit Trauernden gut und angstfrei umgehen können.
Oft höre ich – gerade bei Beerdigungsgesprächen – Sätze wie: „Ich darf jetzt nicht traurig sein, ich darf nicht weinen, niemand soll meine Tränen sehen.“

Den Menschen der Bibel ist solches „Versteckspiel“ fremd:
Hiob saß in der Asche und weinte; David weinte über Jonathan; das Volk Israel saß an den Strömen Babels und weinte; Jesus weint über Jerusalem; Petrus stand im Gefängnis und weinte bitterlich; und Jesus verheißt: „ Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.“

In der Trauer liegt die Verheißung der Tröstung. In der „Schwäche“ der Trauer, die sich in Tränen ausdrückt, liegt die Kraft, die zu neuem Leben führt. In der Trauerzeit, die bei jedem Menschen unterschiedlich lange dauern kann, wird die Vergangenheit aufgenommen und der Tod, der Abschied anerkannt. Die Fragen, die das Leben weiterbringen, lauten: Was hat die vergangene Zeit in meinem Leben bedeutet? Wie haben mich diese Zeit und dieser Mensch beeinflusst? Was davon will ich in mein jetziges Leben aufnehmen? Diese Erfahrung der Vergangenheit, das (dankbare) Erinnern und das Loslassen prägen die Gegenwart. Wie Jesus sagt: „Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.“

Es grüßt Sie herzlich
Pfarrerin Martina Steffen- Eliş
Trennstrcih_gruen
Seligpreisungen für Trauernde

Gesegnet seien alle, die mir jetzt nicht ausweichen.
Dankbar bin ich für jeden, der mir zulächelt und mir seine Hand reicht, wenn ich mich verlasse fühle.
Gesegnet seien alle, die mich immer noch besuchen, obwohl sie Angst haben, etwas Falsches zu sagen.
Gesegnet seien alle, die mir erlauben, von dem Verstorbenen zu sprechen. Ich möchte meine Erinnerungen nicht totschweigen. Ich suche Menschen, denen ich mitteilen kann, was mich bewegt.
Gesegnet seien alle, die mich nicht ändern wollen, sondern geduldig so annehmen, wie ich jetzt bin.
Gesegnet seien alle, die mich trösten und mir zusichern, dass Gott mich nicht verlässt.
Zurück zum Seiteninhalt