Geistliches Wort - Evangelische Apostel Paulus Gemeinde

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Gemeinde Aktuell
Jahreslosung 2018
aus der Offenbarung des johannes 21,6
Sei stille zu Gott, meine Seele, denn er ist meine Hoffnung (Psalm 62,6)

Liebe Leserinnen und Leser, unsere Sprache wimmelt vom Begriff „Stille“: Wir trinken „stilles Wasser“, wir gehen aufs „stille Örtchen“, wir singen „Stille Nacht“, Mütter stillen Babys und Konkurrenten unterschreiben Stillhalteabkommen.
Aber werden wir wirklich still? Kommen wir wirklich zur Ruhe?
Konfirmand*innen werden nervös, wenn sie auf der Freizeit kein Handy mitnehmen dürfen. Wir lassen uns durch einen musikalischen Geräuschteppich zuhause oder bei Autofahrten beruhigen. Auch Einkaufen geht kaum noch ohne Musik. Orte der Stille in der allgemeinen Öffentlichkeit und Stille selbst sind Mangelware!
Stille ist ein knappes Gut in unserer Gesellschaft.
Vielleicht haben wir Angst vor einer negativen Stille?
Betretene, peinliche Stille. Lähmende Stille, Totenstille.
So etwas gibt´s ja auch, und viele haben es schon erlebt: Da werden die Zeugnisse vor der Klasse verteilt. „Deine Versetzung ist gefährdet“, sagt der Lehrer – peinliche Stille bei der Schülerin.
Oder zwei Freundinnen treffen sich, sagt die eine zur anderen: „Bevor du es von der anderen hörst, ich wollte dir nur sagen: Mein Mann und ich trennen uns!“ – Traurige, betretende Stille.
Es gibt eine Stille, die mit Angst, Schwere und Scham beladen ist. Sie ist bedrückend – und man erwartet besorgt, was in den nächsten Augenblicken passieren wird.

Im hebräischen Denken entspricht die Stille zum einen einem Lebensstil, in dem der Einzelne eine innere ganzheitliche Entfaltung erfährt: Gegenüber Gott, sich selbst und auch dem Nächsten gegenüber. In der Stille wächst die Bereitschaft,
Verantwortung zu übernehmen und auf die eigenen Möglichkeiten und Grenzen zu achten, um den Herausforderungen und Aufgaben im Alltag entsprechen zu können. In einer zweiten Bedeutung von Stille geht es um die Reaktion auf Unruhe odereine Erschütterung.
Stille ist danach mehr als die Abwesenheit von Lärm, mehr als das Fehlen von Worten, sie ist gefüllt und heilsam. In der Stille können wir entdecken, dass Gott zu uns redet und uns hilft. „Bei Gott allein kommt meine Seele zur Ruhe; denn von ihm kommt meine Hoffnung“, so eine andere Übersetzung des Psalmwortes.
In einer Welt, die zunehmend von Hektik und Lärm gekennzeichnet ist, brauchen Menschen Oasen der Stille, um abschalten zu können. Der Theologe Dietrich Bonhoeffer schreibt zur Bedeutung der Stille: „Es liegt im Stillesein eine wunderbare Macht der Klärung, der Reinigung, der Sammlung auf das Wesentliche.
Drei Anregungen dazu:

Kommen Sie wieder einmal am Sonntag zum Gottesdienst !
Hier können Sie auftanken und Kräfte für den Alltag sammeln. In der Begegnung mit Gott und in der Gemeinschaft mit anderen kann unser Seelenhunger gestillt werden. Nicht ohne Grund ist im Schöpfungsbericht der 7.Tag, der Sabbat, besonders hervorgehoben.

Nehmen Sie teil an der Fasten-Aktion „7 Wochen Ohne“ !
Sie lädt ein, täglich einige Minuten zur Ruhe zu kommen, still zu werden und nachzudenken. In diesem Jahr trägt sie das Motto „Zeig dich! Sieben Wochen ohne Kneifen“. Debatten sind lästig, aber ohne Rede und Gegenrede kommt eine Gemeinschaft nicht weiter.

Besuchen Sie die Offene Kirche !
Sie sind eingeladen, sich die Apostel-Paulus-Kirche anzuschauen oder in der Kirche immer wieder etwas Neues zu entdecken. Sie sind eingeladen, unsere Kirche als Raum der Stille zu nutzen – als Ort für einige Minuten über Ihre Sorgen nachzudenken, aber auch durch das Anzünden einer Kerze oder das Sprechen eines Gebetes Gefühle von Dankbarkeit und Fürbitte zum Ausdruck zu bringen. Fünf Tage die Woche halten Ehrenamtliche die Kirche offen.

Es grüßt Sie herzlich
Pfarrerin Martina Steffen-Eliş
Mageriten
 
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