Ostern - das Fest des Lebens - Evangelische Apostel Paulus Gemeinde

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Ostern - das fest des Lebens
Ist dieses Frühlingsbild ein Osterbild? Und somit das Osterfest ein Hasen-, Lämmchen- und Ostereierfest?

Doch tönt es nicht am Ostermorgen aus unseren Kehlen im Gottesdienst: ”Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!”? (Es könnte ruhig etwas kräftiger erklingen.) Doch ein Blick auf den Altar an Ostern mit den Osterglocken in Töpfen und unser “Ostergärtchen” mit Frühblühern, die dann an dem Gedenkstein an der Kirche für die “Opfer von Terror und Gewalt” ausgepflanzt werden, genügt, um dem Gedanken wohl zuzustimmen: Die Natur predigt mit und zwar vom Wunder des neuen Lebens. Auch für Jesus waren ja Blumen auf dem Feld ein Gleichnis wert. “Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen.” (Matthäus 6,28b-29).
Paul Gerhardt nimmt das Gleichnis auf in dem Lied, das wir wieder zum Sommerfestgottesdienst im Juli singen werden: “Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben; schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben. ... Narzissus und die Tulipan, die ziehen sich viel schöner an als Salomonis Seide.” (EG 503)
Sechstagekrieg 1967 verfasst. Inmitten von Bomben und Stacheldraht, von Feindschaft und Gewalt, ist ihm das Blühen des Mandelzweiges ein Fingerzeig für das Leben, für Hoffnung auf Frieden. Und längst schon hat uns heute der Schrecken des Syrienkrieges in seinen zahlreichen Opfern, die bei uns Schutz suchen, erreicht. In Zeiten zunehmender Verhärtungen und Abgrenzungen überall in Europa , bedarf es dringend guter und heilsamer Bilder, um die dem Leben zugewandten Kräfte in uns zu stärken.*
Wie Bilder aus der Natur, die uns  besonders im Frühjahr Zeichen des Lebens und der Freude sein können. Ostern ist das Fest des Lebens. Da bricht etwas auf.
Deshalb sind Bilder wie dieses von Schneeglöckchen so etwas wie ein Gleichnis.
Also - wie gesagt - Nahrung für mein Herz und meine Seele. Die Eisstarre des Winters hat ein Ende, der Schnee ist endlich weggeschmolzen. Der Winter ist vorbei. Die Zeit der langen Nächte und dunklen Tage. Eine oft viel zu lange Zeit. Durch die Schneeglöckchen wissen wir es besser. Noch im Schnee kommen sie hervor aus der Erde und kündigen an:
Die Natur ist wieder erwacht.
Ostern ist das Fest des Lebens.
Ostern ist das Fest der Freude.
Schneeglöckchen
Eben war der dreißigjährige Krieg auch über Deutschland hinweggegangen und viele entvölkerte Dörfer und Städte lagen total verwüstet danieder, die Felder waren zerstört. Und die Überlebenden litten vielfach große Not. Da dichtete Paul Gerhardt für seine Frau dieses Lied, um sie zu trösten; denn sie hatte gerade eines ihrer Kinder verloren.
Auch das Lied “Freunde, dass der Mandelzweig wieder blüht und treibt, ist das nicht ein Fingerzeig, dass die Liebe bleibt” (Singt Jubilate 132), weist in dieselbe Richtung. Schalom Ben-Chorin hat diesen Text nach dem
Wir loben Gott, den Liebhaber des Lebens. “Halleluja. Dies ist der Tag, den der Herr macht. Lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein!” “Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!”
Ostern ist das Fest des Lebens.
Wir feiern es mit allem, was jetzt aufbricht: mit Schneeglöckchen, Tulpen und Narzissen, Forsythien, Eierschalen und ... Herzen.
Ein frohes und gesegnetes Osterfest wünscht Ihnen Ihr Pfarrer Michael Daudert

* Anregungen zu Gottesdiensten und Andachten erhielt ich u.a. durch Marion Schmager und Peter Schott.
 
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