WIR AUS JEDWABNE - Lesung & Diskussion

Datum
Mittwoch, 4. November 2020, 19:00 Uhr
Ort
Apostel-Paulus-Kirche Schöneberg, Akazienstraße 18, 10823 Berlin
Mitwirkende
Anna Bikont (Warschau), Basil Kerski (Europäisches Solidarność-Zentrum Danzig) u.a.
Preis
frei - Anmeldung unter veranstaltungen@stiftung-denkmal.de, Telefon 030-26 39 43-11

In Jedwabne, einer Kleinstadt im Nordosten Polens, wurden am 10. Juli 1941  fast alle jüdischen Mitbürger ermordet. Nicht von den deutschen Besatzern, wie fast sechzig Jahre lang behauptet wurde, sondern von ihren eigenen Nachbarn.

Diese Erkenntnis war ein Schock. Mit dem deutschen Überfall auf Polen hatte der Zweite Weltkrieg begonnen. Mehr  als fünf Millionen Bürger Polens verloren während des Krieges ihr Leben. Nirgends wurde so lange und so erbittert gegen die Besatzer gekämpft wie hier. Dass Polen bei der Ermordung ihrer jüdischen  Nachbarn gemeinsame Sache mit den Besatzern gemacht haben sollten, passte überhaupt nicht ins Bild einer Nation im Widerstand.

Jahrelang hat die Journalistin Anna Bikont Überlebenden und Tätern, Augenzeugen und Historikern Fragen gestellt,  Prozessakten und Zeitungsarchive durchforstet. In ihrem Buch rekonstruiert sie das Verbrechen – und sie zeichnet das Porträt einer Stadt, die sich der Erinnerung bis heute verweigert.


(Anna Bikont © Foto privat)

Welcher Zusammenhang besteht zwischen der deutschen Vernichtungspolitik und den Gewaltexzessen in einem polnischen Städtchen? Warum wissen wir so wenig über den Holocaust jenseits von Konzentrations- und Vernichtungslagern? Und warum sind nicht nur in Polen, sondern überall in Europa Rechtspopulisten dabei, die Geschichte umzudeuten und vergangene Verbrechen zu relativieren oder gar zu  leugnen?

Veranstalter: Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Suhrkamp Verlag AG

Interessierte mögen sich bitte bei der Stiftung anmelden: 
veranstaltungen@stiftung-denkmal.de, Telefon 030-26 39 43-11